Vernetzung von Theorie und Praxis

Offene Türen in den Berufsbildenden Schulen - Beeindruckende Präsentationen

Für die meisten Besucher, die den Tag der offenen Tür an den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Bersenbrück wahrgenommen hatten, stand fest: Vier Stunden sind eigentlich viel zu kurz, um alle Darbietungen und Informationen aufzunehmen, die Schüler und Lehrkräfte vorbereitet hatten.

Gut beraten war, wer sich durch das weitläufige Schulgelände führen ließ, um erst einmal einen überblick über die verwirrende Vielfalt zu bekommen. Besonders deutlich wurde dabei die starke Vernetzung von Theorie und Praxis in allen Schul- und Berufszweigen, wie etwa „Schlossherr“ Thomas Kohne immer wieder betonte.

Es gibt zahlreiche Unterrichtsräume in den BBS, in denen die starke Verknüpfung zum praktischen Berufsfeld durch die technische Ausstattung deutlich wird. Etwa im Bereich Metalltechnik, in dem auch Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ausgebildet werden. Oder im Bereich Elektrotechnik, wo mit Schalttafeln und Steuerungstechniken komplexe Abläufe demonstriert werden können. Voll funktionsfähige Fertigungsstraßen im Kleinformat erfordern von den Schülern dabei ebenso präzise Aufgabenbewältigung wie beispielsweise die großformatigen CNC-Maschinen in der Holzwerkstatt.

Die zeitgemäße Ausstattung von Werkstätten und Unterrichtsräumen in allen Bereichen ist typisch für die BBS, erfuhren die Besucher. Unterstützung erfährt die Schule dabei von Industrie, Gewerbe und Handwerk, schließlich verbindet beide das Interesse an gut ausgebildeten Nachwuchskräften. Die zeigten, was sie können. Etwa beim Reifenwechsel per Stoppuhr, beim Dachbau in der Zimmermannswerkstatt oder bei der kreativen Frisurengestaltung. Neben moderner Technik kommen gerade in den traditionellen Handwerken aber auch noch klassische Werkzeuge zum Einsatz, etwa Kamm und Schere, Hammer und Meißel, Pinsel und Tapetenroller. Wie geschickt die Auszubildenden damit umgehen können, bewiesen zahlreiche Probearbeiten und Ausstellungsstücke.

Etwas weniger spektakulär, aber dennoch beeindruckend waren die Präsentationen im Bereich Wirtschaft und Verwaltung. Nostalgisch wirkte der historische Bankschalter mit alter Rechen- und Schreibmaschine. Einen geschichtlichen Rückblick ins Wundmanagement gab es im Altenpflegebereich, Blutdruckmessung und Sehtest führten die zukünftigen medizinischen Fachangestellten durch. Ihre Geschicklichkeit konnten die Besucher im Sozial- und Familienpflegebereich beweisen, etwa beim Speedstacking, einer neuen Geschicklichkeitssportart mit stapelbaren Bechern.

Mit frischen Waffeln und Berlinern, Bratwürstchen, Milchshakes und appetitlichen Snacks verwöhnten die Schüler und Schülerinnen aus den Bereichen Ernährung und Hauswirtschaft die Gäste und ließen sich bei der Zubereitung über die Schultern schauen.

Viele Jugendliche und deren Eltern nutzten den Tag, um sich bei Lehrern und Praxisanleitern über einzelne Berufsfelder zu informieren und Entscheidungshilfen für die künftigen Ausbildungswege nach den Schulabschlüssen zu bekommen.

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