Fachoberschulen - Im Turbogang zum Studium

Zum neuen Schuljahr auch für den Bereich Gesundheit und Soziales

Wie geht es weiter mit der Karriere nach einer erfolgreich absolvierten Lehre? Sofern ein Realschulabschluss vorhanden ist, kann die Antwort "Fachoberschule" lauten. Der Vorteil: Man steigt gleich in die Klasse 12 ein und erwirbt, ohne eine zweite Fremdsprache erlernen zu müssen, innerhalb nur eines Jahres mit der sogenannten Fachhochschulreife eine Studienberechtigung. Der Turbogang ist aber nicht der einzige Vorteil dieser Schulform, die gleich in mehreren Gewändern daherkommt. An den Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück gibt es sie momentan für die Bereiche Wirtschaft, Technik undSozialpädagogik. Bereits zum nächsten Schuljahr soll auch eine Fachoberschule Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Gesundheit/Pflege eingerichtet werden.

Logisch, dass etwa ein Bürokaufmann in aller Regel die Fachoberschule Wirtschaft besuchen wird, während ein gelernter Metallbauer sich für die Fachoberschule Technik entscheidet. Trotzdem ist man nicht auf ein bestimmtes Studium festgelegt, da mit dem Erwerb der Fachhochschulreife jeder beliebige Studiengang an einer Fachhochschule gewählt werden kann. Seit Neuestem ist sogar ein Studium an einer Universität möglich, dieses allerdings nur fachbezogen.

Und auch ohne Lehre ist der Weg zur Fachoberschule nicht versperrt. Nach erfolgreichem Besuch der Realschule kann man in die Klasse 11 einsteigen, wozu allerdings ein entsprechender Praktikumsplatz erforderlich ist. Die Klasse 11 gibt es an den BBS zurzeit für die Wirtschaft und Sozialpädagogik, aber bereits zum nächsten Schuljahr wird sie auch für die Bereiche Technik sowie Gesundheit und Soziales angeboten. Unterricht findet lediglich an zwei Tagen in der Woche statt, während die Absolventen drei Tage lang Einblicke in die berufliche Praxis gewinnen sollen.

Welche Möglichkeiten sich ergeben können, zeigt der Werdegang der 20-jährigen Eleonore Melcher. Die Bersenbrückerin war Schülerin der Klasse 11 der Fachoberschule Wirtschaft. Während des Praktikums hat sie allerdings ihren Arbeitgeber so überzeugt, dass dieser ihr einen Ausbildungsplatz anbot, den sie dankend annahm. Nach der Lehre blieb allerdings der Wunsch nach Weiterqualifizierung. Bevor sie dann in der Fachoberschule Klasse 12 durchstartete, begab sich die prüfungsbeste Großhändlerin noch auf einen dreimonatigen Trip nach Australien.

In jeder Hinsicht ein Gewinn, denn jetzt weiß sie genau, was sie will, wenn sie die Fachhochschulreife erworben hat: "Ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Touristik."

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