Staatssekretär Dirk Wiese besucht BBS Bersenbrück

Konkurrenz mit Wirtschaft

Bersenbrück. Einen Blick in die Berufsbildenden Schulen (BBS) Bersenbrück warfen Dirk Wiese, Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering (SPD). Leiter Thomas Kohne zeigte den Politikern seine Schule und erklärte ihnen, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte seien.

Nicht alltäglich sei es für Staatssekretär Dirk Wiese von den Sozialdemokraten, dass er, als Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums, zu Besuch in einer Berufsschule sei, erklärt er. Dabei passe diese Kombination von Bildung und Wirtschaft nur auf den ersten Blick nicht, so der Staatssekretär weiter. Tatsächlich seien die beiden Ressorts gerade in der Bersenbrücker Schule untrennbar vereint. „Für diesen Termin bin ich dem Kollegen Spiering darum sehr dankbar“, sagt Dirk Wiese. Rainer Spiering ist Bundestagsabgeordneter und zuständig für das Osnabrücker Land. Er begleitet den Staatssekretär auf seinen Ortsbesuchen in der Region.

Schulleiter Thomas Kohne nutzt den Besuch, um Werbung für die BBS zu machen. „Es freut mich, dass ein Bewusstsein geschaffen wird für die BBS und nicht immer nur weiterführende Schulen im Fokus stehen“, so Thomas Kohne.

Gut ausgebildete Fachkräften seien von großer Bedeutung. Für ihre Ausbildung bedürfe es einer guten technische Ausstattung. In diesem Zusammenhang erwähnt Thomas Kohne lobend die Lehrkräfte, die die vorhandenen technischen Geräte so umfunktionieren, dass sie alltagstauglich werden.

Digitaler Wissenstransfer

So verfüge die Schule zwar über Tablet-PC, aber nachdem ein Schüler zwei Unterrichtsstunden mit dem Gerät beschäftigt sei, habe er es sich nach seinen Wünschen eingerichtet und das Tablet entspräche nicht mehr den pädagogischen Standards. „Wenn wir Lehrer mit den Tablets unterrichten, müssen wir zum Beispiel auf den Button oben links verweisen, der sich aber vielleicht jetzt an ganz anderer Stelle befindet“, erklärt Thomas Kohne. Es gäbe Lehrer an der BBS Bersenbrück, die sich in ihrer Freizeit verschiedener technischer Probleme annehmen, sagt der Schulleiter weiter.

Dirk Wiese ergänzt dazu, dass es in vielen deutschen Schulen keine W-Lan-Verbindung gebe und dass damit eine Grundvoraussetzung für den digitalen Wissenstransfer nicht vorhanden sei. Dabei solle es vermehrt um die „gute Aus- und Weiterbildung der Jugendlichen“ gehen, um einem weiteren Fachkräftemangel entgegenzuwirken, so der SPD-Politiker.

Gleich von einem doppelten Fachkräftemangel spricht der Schulleiter in diesem Zusammenhang. Es sei nicht leicht für die Berufsbildenden Schulen, Lehrer für die technischen Fächer zu finden. „Unsere Schüler werden von Ingenieuren unterrichtet, „sagt Thomas Kohne, „da konkurrieren die Schulen aber mit der Wirtschaft.“ So fehle es an Fachkräften, um zukünftige Fachkräfte auszubilden.

Generell befürwortet der Bundestagsabgeordnete Rainer Spiering aber die dreieinhalbjährige Berufsausbildung und betont, dass die Sozialdemokraten dieses Prinzip beibehalten wollen.

Von der Region insgesamt sei Staatssekretär Dirk Wiese positiv überrascht. „Es ist bemerkenswert, was für ein Knowhow es hier gibt“, lobt er. Bevor es für die Politiker an das Bersenbrücker Schulzentrum ging, stand ein Besuch beim Riester Landtechnikunternehmen Kotte auf dem Programm, im Anschluss fuhr die Gruppe weiter nach Damme zur Landmaschinenfabrik Grimme.

Die Berufsbildenden Schulen Bersenbrück stellte Leiter Thomas Kohne dem Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering und Staatssekretär Dirk Wiese vor (von links). - Foto: Katharina Preuth

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 4.5.2017)
Artikel: Katharina Preuth
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