Schüler brauchen kompetente Lehrer

BBS Bersenbrück erhält als erste Schule das Prädikat „Digitaler Ort Niedersachsen“

Bersenbrück

BBS-Schulleiter Thomas Kohne freute sich über die „bunte Mischung von Akteuren, die die BBS in Bersenbrück unterstützen“. Zahlreiche Bürgermeister der Region, Vertreter von regionalen Betrieben, Kammern, der Landesschulbehörde und weiterer Institutionen waren zugegen, als Stefan Muhle, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, die Bersenbrücker Berufsschule auszeichnete. Als landesweit erste Schule darf sie sich mit dem Prädikat „Digitaler Ort Niedersachsen“ schmücken.

Zum Hintergrund: Die Digitalisierung der Arbeits- und Berufswelt schreitet unaufhaltsam voran. Es bestehe weitgehend Einigkeit darin, dass den Berufsschulen eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung entsprechender Kompetenzen zukomme, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu bedürfe es kompetenter Lehrkräfte, die den Willen zu qualifizierten, aber auch bezahlbaren Fortbildungen haben müssten. Darum kooperiert die BBS Bersenbrück seit 2017 mit Professor Harald Strating, der an der Hochschule Osnabrück einen Lehrstuhl für Didaktik der Technik innehat und angehende Berufsschullehrer ausbildet. Gemeinsam stellte man „zielgruppengerecht“ entsprechende Bedarfe fest, sodass Strating mit einer Studentengruppe spezielle Fortbildungsmodule für die BBS Bersenbrück entwickelte. Dabei ging es auch um den Umgang mit Dokumentenkameras und interaktiven Whiteboards, um sogenannte Learning-Apps oder auch um elektronische Klassenbücher.

In seiner Laudatio stellte Staatssekretär Muhle fest, dass die BBS nicht auf fertige Konzepte aus Hannover oder gar Berlin gewartet, sondern sich mit dem Willen zur Selbstgestaltung auf den Weg gemacht habe. So gelinge unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten die „bestmögliche Ausbildung der Schüler über kompetente Lehrer“. Seine Schlussfolgerung: „Die BBS Bersenbrück hat so Modellcharakter zum Hinschauen für andere.“

Die Kooperation mit anderen wollte auch Strating nicht ausschließen, sofern begrenzte studentische Kapazitäten dies erlaubten. Er führte aus, dass zumindest die Zusammenarbeit mit der BBS Bersenbrück eine Win-win-Situation für alle Beteiligten darstelle. Die Studierenden müssten sich unter Berücksichtigung pädagogischer Aspekte tief in schulrelevante Themen einarbeiten und könnten durch das Unterrichten gestandener Lehrkräfte zudem „schulischen Stallgeruch“ einatmen. Die Lehrkräfte hingegen würden bedarfsgerecht fortgebildet. Die zahlreichen Lehrkräfte, die die entsprechenden Veranstaltungen bisher besucht haben, bewerteten diese durchschnittlich mit der Note 1,8.

Da passte es ins Bild, dass Schulleiter Thomas Kohne die Freischaltung der Glasfaserleitung für die Schule gerade am Tage der Auszeichnung verkünden konnte. Ab sofort können die Fortbildungen und der Unterricht also im Highspeed-Modus stattfinden. pm

Staatssekretär Stefan Muhle (Mitte) überreicht in Gegenwart von Professor Harald Strating (links) die Auszeichnung „Digitaler Ort Niedersachsen“ an Thomas Kohne, Schulleiter der BBS Bersenbrück. Foto: Wilhelm Brüggemann/BBS

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 13.9.2019)
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