Nortruper Firma Delkeskamp „Ausbilder des Jahres“

Begehrte Auszeichnung der „Bildungsregion Nordkreis“ überreicht

Nortrup. „Wir prämieren die Stärken eines Unternehmens bei der Ausbildung, nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Methoden- und Sozialkompetenzen. Jeder Betrieb muss da eine andere Antwort finden; das ist eine große Herausforderung“, betonte Thomas Kohne, Leiter der Berufsbildendenden Schulen Bersenbrück, bei der offiziellen Übergabe des Preises „Ausbilder des Jahres 2015“ an die Firma Delkeskamp Verpackungswerke Gmbh in Nortrup.

Jury-Mitglieder der Kommunen, Betriebe, Schulen, der Agentur für Arbeit und natürlich Auszubildende waren vertreten, als die „Bildungsregion Nordkreis“ die begehrte Auszeichnung überreichte. Das Gremium wurde herzlich begrüßt von Geschäftsführer Stefan Delkeskamp, der prägnant und sehr informativ das Unternehmen und seine Ausbildungsphilosophie präsentierte.

Die Firma Delkeskamp, ein seit über 100 Jahren familiengeführter Hersteller von kreativen Verpackungslösungen, legt Wert auf Tradition und Wachstum, aber auch auf ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Sie fördert Potenziale der Mitarbeiter im Sinne von Kundenorientierung und -zufriedenheit – eine Vision, die sich auch in dem Ausbildungskonzept „Azubi Plus“ ausdrückt.

„Sich besser präsentieren können“

Moderne Arbeitstechniken, Teamarbeit und Persönlichkeitsentwicklung, oft durch externe Spezialisten vermittelt, seien genauso Schwerpunkte wie Rhetorik, Konflikt- und Selbstmanagement oder Kreativitätstechniken. „Azubi Plus wurde nicht dazu aufgelegt, gute Noten zu schreiben; die Auszubildenden sollen sich insgesamt besser präsentieren können – schulunabhängig“, unterstrich Stefan Delkeskamp. Weiterbildung sei schließlich nicht nur für Mitarbeiter in Managementfunktionen wichtig. „Das braucht wirklich jeder, fürs Leben wie fürs Berufsleben“ stimmte ihm Angelika Kühnl (Firma Kemper) zu.

Diese Meinung teilten die Auszubildenden Jennie Hoschek, Clemens Müller und Lisanne Gertken, die mit einer fast professionellen PowerPoint-Präsentation über „Azubi Plus“ informierten.

Ein Projekt sei die Entwicklung eines Standardverfahrens für Betriebsführungen gewesen, ein anderes der „Tag der Ausbildung“ in den Jahren 2013 und 2015. Eigenständiges und teamorientiertes Arbeiten, interne Kommunikation, sicheres Auftreten würden – teils in Seminaren – vermittelt: „Bei Problemen können wir uns immer an unseren Trainer Normen Ulrich wenden. In anderen Firmen werden die Azubis nicht so gefördert“ – das war ein Kompliment an den „Lehrherrn“.

Selbst geringer Qualifizierte könnten mit Hilfe des Teams ihre Rolle finden, beantwortete Clemens Müller eine Frage von Josef Heile (Vorstand HpH Bersenbrück). Frank Wuller (Samtgemeinde Artland) zeigte sich interessiert, ob das Konzept auch ein Grund für die Bewerbung bei Delkeskamp gewesen sei.

Stärken finden und ausbauen

Durch „Azubi Plus“ kann jeder seine Stärken finden und ausbauen, erklärte Personalleiterin Ute Schlötke. Viele Meister im Betrieb bestätigten die positive Entwicklung der Auszubildenden; diese seien selbstbewusster geworden. Ob sich das unmittelbar in Zensuren niederschlage, sei allerdings nicht dokumentiert, musste sie Renè Duvinage (Agentur für Arbeit) enttäuschen. „Ich höre in der BBS zumindest nichts Schlechtes“ meinte Thomas Kohne augenzwinkernd und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Unterstützung fand das Konzept auch bei Friedmut Wurst (Obermeister der Innung Metallhandwerker) und Fürstenaus Samtgemeindebürgermeister Benno Trütken.

Die wohlwollende Feststellung von Angelika Kühnl „Das ist mal eine besondere Idee und hat uns sehr gut gefallen“ war zugleich so etwas wie das Fazit der Veranstaltung.

 

Der Preis „Ausbilder des Jahres 2015 wird bald den Eingangsbereich schmücken – darüber freuen sich (hintere Reihe von links) Firmenchef Stefan Delkeskamp, Ute Schlötke, Benno Trütken, Angelika Kühnl, Renè Duvinage, Friedmut Wurst, Frank Wuller, Thomas Kohne, Josef Heile sowie (vorne v.l.) die Auszubildenden Lisanne Gertken, Clemens Müller und Jennie Hoschek.  Foto: Bernard Middendorf

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 21.12.2015)
Artikel und Foto: Bernard Middendorf
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