Landjugend im Wettbewerb an den BBS Bersenbrück

Spitze in Theorie und Praxis

Bersenbrück. „Grüne Berufe sind voller Leben – Nachwuchs bringt frischen Wind.“ Unter diesem Motto fand der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend statt. Für den Nordkreis stellten sich in den Räumen der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Bersenbrück 51 angehende Landwirte und 17 angehende Hauswirtschafterinnen entsprechenden Aufgaben.

Diese bezogen sich auf theoretische, praktische und rhetorische Kenntnisse und Fähigkeiten. So sah man am frühen Morgen mit dem Startschuss des Wettbewerbs in viele gespannte und konzentrierte Gesichter, denn in den anfangs vorgesehenen theoretischen Tests ging es darum, Allgemeinwissen und berufsspezifisches Wissen nachzuweisen. Dabei herrschte naturgemäß beredtes Schweigen, während in den Präsentationen das gesprochene Wort gefragt war.

Die Landwirte sollten darlegen, wie ein Smartphone sinnvoll in der Berufsausbildung eingesetzt werden kann oder welche Vor- und Nachteile es hat, auf dem Ausbildungsbetrieb zu wohnen. Für den Bereich Hauswirtschaft galt es zum Beispiel, die Einsatzmöglichkeiten einer Küchenmaschine zu erläutern oder Arbeitsmittel und Geräte für die Reinigung von Fenstern vorzustellen.

Gemäß dem Motto „Grau ist alle Theorie“ hatten die Juroren die meisten Punkte im praktischen Aufgabenteil zu vergeben. In der „Königsdisziplin“ ging es für die angehenden Hauswirtschafterinnen unter anderem um das Zubereiten von Nahrungsmitteln. „Eine Pasta – viele Soßen“, so lautete die Aufgabe, wobei für die Zutaten ein bestimmter Geldbetrag nicht überschritten werden durfte. Und so zauberten die angehenden Fachkräfte zum Beispiel eine Champignon-Ruccola-, Tomaten-Kräuter- oder Basilikum-Pesto-Soße.

Bei den Landwirten ging es nicht minder praktisch zu. Neben der Bestimmung von Futtermitteln, Saatgut und Werkzeugen sollte ein defekter Stecker einer Anhängerkupplung repariert werden. „Stressig, aber interessant“, so lautete der Tenor der meisten Teilnehmer.

Der Einsatz sollte sich aber dennoch gelohnt haben. Bei der Siegerehrung betonte Renate Mügge, Kreisvorsitzende der Landfrauen Bersenbrück, dass die umfangreichen Facetten des Berufes Hauswirtschafter/-in deutlich geworden seien. Und ganz pragmatisch fügte sie hinzu: „Für die Teilnehmerinnen ist es zudem eine gute Vorbereitung für die Abschlussprüfung.“

Der stellvertretende Kreislandwirt Johannes Schürbrock legte dar, dass eine kritische Öffentlichkeit mit Argusaugen auf die Landwirtschaft schaue. Deshalb sei es notwendig, dass gut ausgebildete Fachkräfte in der Lage seien, dass primäre Ziel der Landwirtschaft einzulösen und zu vermitteln. „Das ist“, so Schürmann, „die Produktion gesunder Nahrungsmittel.“

Und für die „Top-Kräfte“ geht es um noch mehr: Sie ermitteln ihren Landessieger unter immerhin etwa 3000 Teilnehmern allein in Niedersachsen. Im Falle des erneuten Sieges winkt dann der Bundesentscheid, also die deutsche Meisterschaft grüner Berufe.

Landwirtschaftliche Sieger: 1. Platz: Henrike Mönninghoff, (links) 2. Lehrjahr, Ausbildungsjahr, Ausbildungsbetrieb Peter Enders, Grönloh; 2. Platz: Simon Reinermann (zweiter von links), Berufsfachschule Landwirtschaft; 3. Platz: Johannes Schlichtermann (Mitte), Ausbildungsbetrieb Große-Endebrock, Kalkriese, mit weiteren Platzierten des Wettbewerbs und dem stellvertretenden Kreislandwirt Johannes Schürbrock (rechts).

Die besten Hauswirtschafterinnen (vorne, von links): 1. Platz: Erika Thiessen, 3. Lehrjahr, Ausbildungsbetrieb St.-Sylvester-Stift, Quakenbrück. Zwei Zweitplatzierte aus dem zweiten Lehrjahr: Angela Beinke, Katholische Landvolkhochschule Oesede sowie Aurelia Schillingmann, St. Marienstift Schwagstorf. 3. Platz: Maria Wibe, 2. Lehrjahr, St. Marienstift. Mit im Bild: die Kreisvorsitzende der Landfrauen Bersenbrück, Renate Mügge (Mitte), und die Jurorinnen des Wettbewerbs.

Fotos: Wilhelm Brüggemann

 

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 17.2.2015)
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