Gelebte Integration vor Ort

Gehrde: Franz-Josef Fehrmann für Ausbildung geehrt

Bersenbrück/ Gehrde. Der Auszubildende Yazan Abo Ayshah und Franz-Josef Fehrmann vom gleichnamigen Autohaus in Gehrde sind beim Unternehmertag in Quakenbrück für ein gutes Beispiel beruflicher Integration ausgezeichnet worden. Vertreter der Bildungsregion Nordkreis Osnabrück überreichten jetzt die Auszeichnung.

Doppelt geehrt hält (noch) besser. Das könnte auf den Gehrder Autohändler Franz-Josef Fehrmann zutreffen, der sich in besonderer Weise in Sachen Berufsausbildung engagiert. Seit 35 Jahren existiert sein Betrieb, und in dieser Zeit hat er pro Jahr mindestens einen Auszubildenden im Kfz-Gewerbe unter Vertrag genommen.

Und er stellt sich aktuellen gesellschaftlichen Problemen, denn zurzeit bildet er mit dem 22-jährigen Yazan Abo Ayshah einen syrischen Flüchtling zum Kfz-Mechatroniker aus.

Dafür ist er auf dem Unternehmertag des Nordkreises geehrt worden. Dieser Tage fanden sich nun Vertreter der Bildungsregion Nordkreis Osnabrück in Gehrde ein, um Fehrmann die „Good Practice-Auszeichnung“ als metallische Plakette zu überreichen.

Dieser zeigte sich sichtlich gerührt, lobte seinen syrischen Azubi im zweiten Lehrjahr, der technisch ebenso wissbegierig wie begabt und zudem voll im Team sei. Das, so Fehrmann, liege auch an der gelebten Integration vor Ort, denn Yazan habe erst bei einem pensionierten Lehrer gewohnt, den er kennenlernte, als dieser sein Auto von der Reparatur abgeholt habe. Fehrmann weiter: „Und der Kunde hat dann mit Yazan täglich eine Stunde Deutsch gebüffelt.“

Sprachkenntnisse entscheidend

Das freute auch den früheren Leiter der Arbeitsagentur Bersenbrück René Duvinage, der inzwischen als Chefvermittler für den SGB-III-Bereich für Stadt und Landkreis tätig ist. Er erklärte, dass es sich um eine Herausforderung für alle handele.

Eine erfolgreiche Ausbildung gelinge eben nicht immer, da gerade mangelnde Sprachkenntnisse ein Hemmnis seien und Sprachkurse neben der Ausbildung auch eine nicht unbeträchtliche Doppelbelastung für junge Flüchtlinge darstellten.

Diesen Gedanken griff Thomas Kohne, Leiter der Berufsbildenden Schulen Bersenbrück, auf. Er wünscht sich darum flexiblere Ausbildungsmöglichkeiten wie eine Verlängerung der Ausbildungszeit auf vier Jahre. Sein Argument: „Alles braucht seine Zeit. So könnten etwa Sprachkurse in die Ausbildung integriert werden.“

Auf einem guten Weg: Autohändler Franz-Josef Fehrmann (Zweiter von links) und Werkstattmeister Joachim Olding (rechts) mit dem syrischen Auszubildenden Yazan Abo Ayshah (Mitte). Das sehen auch Vertreter der Bildungsregion Nordkreis Osnabrück so: Sabine Staas, Thomas Kohne und René Duvinage (von links). Foto: Wilhelm Brüggemann

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 17.01.2018)
Artikel: NOZ/Wilhelm Brüggemann
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