Berufsorientierungstage an der BBS Bersenbrück

Endlich praktisch arbeiten

Bersenbrück. Schauen Gäste in diesen Tage in die Werkstätten und Fachpraxisräume der BBS Bersenbrück, gewinnen sie den Eindruck, dass die Schülerschaft sich stark verjüngt hat. Dieser Eindruck täuscht nicht, allerdings gilt er nur für zwei Wochen. Denn in dieser Zeit besuchen Schüler aus zehn allgemeinbildenden Schulen des Nordkreises die BBS, um sich beruflich zu orientieren.

Im Rahmen des BORS-Projektes (Berufsorientierung) hat die BBS als sogenannte Bündelschule mehr zu bieten als andere. So kann man sich zum Zwecke frühzeitiger Berufsplanung zum Beispiel mit der Kfz-Technik vertraut machen, pneumatische Steuerungen simulieren oder in der hauseigenen Tischlerei mit Hobel und Fräse arbeiten oder auch die Maurerkelle schwingen. Aber auch andere traditionsreiche Gewerke wie zum Beispiel das Bäckerhandwerk kommen nicht zu kurz.

Damit das so ist, ließ sich der bereits pensionierte Fachpraxislehrer und Bäckermeister Gerd Rolfes eigens für die BORS-Tage reaktivieren. Frei nach dem Motto „Alte Liebe rostet nicht“ merkte man dem Überzeugungstäter die Leidenschaft an, mit der er die Achtklässler in die Geheimnisse der Herstellung von Brötchen und Berlinern einwies. Und der Funke sprang über. So fand es die 13-jährige Elina Siegert aus Ankum einfach klasse, einmal praktisch arbeiten zu können. Entsprechend konzentriert war sie wie ihre Mitschüler bei der Sache, als des darum ging, einen Hefezopf zu flechten.

Dank an die Bäcker-Innung

Ermöglicht wurde das übrigens durch die Unterstützung der Bäckerinnung und des Bildungsfonds zur Förderung des Übergangs zwischen Schule und Beruf in der Region des Lernens Osnabrücker Nordkreis, die gemeinsam für die Kosten der Maßnahme aufkamen. Dazu Schulleiter Thomas Kohne: „Mein besonderer Dank gilt der Innung und dem Bildungsfond, die damit einen wesentlichen Beitrag zur Vielfalt der BORS-Tage geleistet haben.“ Gleichzeitig verlieh er seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Unterstützung im Bedarfsfall erneut gewährt werde.

Zusätzlich galt sein Dank natürlich auch, aber nicht nur Gerd Rolfes, sondern allen am Projekt beteiligten Fachpraxislehrern, die, so Kohne, „tragenden Säulen des Erfolgsmodells BORS“ seien. Diese Einschätzung unterstützen die beiden BBS Organisatoren Ralf Holzgrefe und Thomas Heilig durch Fakten. Ihr Argument: „Seit dem Start im Jahre 2009 hatten exakt 4675 Schüler die Gelegenheit, im Rahmen der BORS-Tage praktische Berufserfahrungen zu sammeln.“

An alter Wirkungsstätte: Der pensionierte Fachpraxislehrer Gerd Rolfes leitet Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c der August-Benninghaus-Schule aus Ankum an, Hefezöpfe zu flechten. Foto: Wilhelm Brüggemann

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 28.10.2016)
Artikel: Wilhelm Brüggemann
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