Bersenbrücker Berufsschüler simulieren Gesetzgebung

Am Originalschauplatz Landtag

Bersenbrück. Sollen 15000 Flüchtlinge zentral in einer Erstaufnahmestelle in Bersenbrück untergebracht werden? Die Lohner Regierungsfraktion ist dafür und wird einen entsprechenden Gesetzesentwurf auf den Weg bringen. Die Bersenbrücker Oppositionsfraktion sieht das ganz anders und will das Gesetz verhindern.

So stellte sich die Ausgangslage dar, als sich zwei Berufsschulklassen aus Bersenbrück und Lohne (Feinwerk- und Industriemechaniker sowie Mechatroniker) auf den Weg in den Landtag nach Hannover zum politischen Schlagabtausch machten. Dazu Dirk Kalinowski-Lüers, Politiklehrer der BBS Bersenbrück: „Der Besucherdienst des Landtages bietet die Betreuung eines Rollenspiels zur Entstehung eines Gesetzes an. Auf diese Weise können die Schüler selbst am Originalschauplatz Politik live sehr real erleben.“

Natürlich hatte man die theoretischen Grundlagen des Gesetzgebungsverfahrens zuvor im Unterricht erarbeitet und sich auch entsprechend fachlich präpariert. So wählte man zunächst den Landtags- und Ministerpräsidenten, beriet sich in den Fraktionssitzungen, bevor es zur ersten Lesung des Gesetzentwurfes kam.

Nach dem Austausch der Argumente wurde in dem zuständigen Ausschuss weiter- diskutiert. Nach langem Ringen erarbeitete dieser einen Kompromiss und empfahl die Einrichtung von drei Lagern à 5000 Personen. Dieser Vorschlag wurde in der zweiten Lesung vorgestellt, von den Fraktionen verteidigt und im Anschluss mit großer Mehrheit angenommen.

Die begleitenden Politiklehrer Dirk Kalinowki-Lüers, Heinz-Gerd Balders und Michael Bartel von der Adolf-Kolping-Schule in Lohne bescheinigten ihren Schülern eine sachliche und angeregte Diskussion. Und auch aus Schülersicht war die Veranstaltung ein Erfolg. Dazu der 18-jährige Nils Schepmann aus Bramsche-Lappenstuhl: „Das Rollenspiel hat die theoretischen Inhalte des Unterrichts richtig verständlich gemacht. Insbesondere die Möglichkeit, im richtigen Landtag sein zu können, war interessant und beeindruckend. Die Arbeit eines Abgeordneten ist umfangreicher als angenommen.“

Möglicherweise mag es daran gelegen haben, dass zum zweiten Teil der Veranstaltung, in der traditionell Abgeordnete den Schülern Rede und Antwort stehen, lediglich Christian Calderone (CDU) erschien.

Dieser nahm sich aber die Zeit und sprach mit den Schülern nicht nur über die Flüchtlingspolitik, sondern auch über weitere Themen wie Arbeitsalltag und Verdienst eines Abgeordneten sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Schüler der BBS Bersenbrück und der Adolf-Kolping-Schule Lohne simulierten eine Landtagsdebatte. Foto: BBS

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 26.11.2016)
Artikel: Wilhelm Brüggemann
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