Angehende Industriekaufleute besichtigten Kemper

Einblick in Produktionsabläufe

Nortrup. Eine Gruppe von Auszubildenden – Berufsziel: „Industriekaufmann“ – erhielt kürzlich einen Einblick in die Betriebsabläufe bei der Fleischwarenfabrik Kemper in Nortrup. Auf Initiative des Fachbereichsleiters Wirtschaft der BBS Bersenbrück wurden die Schüler des dritten Lehrjahres hautnah und detailliert über eine der modernsten Produktionsstätten der Branche informiert.

„Es freut mich besonders, dass Sie als kaufmännische Auszubildende die gesamte Wertschöpfungskette anschauen wollen und nicht nur ‚die eigene Abteilung‘“, betonte Geschäftsführer Wolfgang Kühnl bei der Begrüßung. „Unsere Branche hat ja nicht immer das beste Image, aber Sie werden feststellen, dass wir mehr mit dem Laptop als mit dem Messer arbeiten.“ Er wünschte den Azubis Erfolg im Berufsleben.

Im Werk „BrüKo“ würden Roh- und Brühwurst, Aspik, Koch- und Rohschinken, Pökelwaren sowie Convenience-Produkte gefertigt, informierte eine Auszubildende. Ein Film über Vorzüge der Firma wie Qualität, Vielfalt, Kundennähe, Zuverlässigkeit und sogar Dynamik und Leidenschaft schloss sich an. Der Familienbetrieb biete Fach-Informatikern, auszubildenden Kaufleuten – auch im Dualen Studium – und Fachkräften für Lebensmittel eine Zukunft, nicht etwa nur Fleischern: „Man stellt sich das anders vor, als es ist.“

Azubis würden übernommen, es gebe für sie ein Onboarding-Programm sowie ein eigenes Facebook-Team. Ein Wirtschaftsplanspiel eröffne Chancen auf Landes- und Bundesebene. Interesse weckte der Film „Mensch und Maschine“; auch Projekte wie etwa zur Warenrückverfolgung auf SAP-Basis seien spannend, referierte ein Auszubildender.

Die hoch technisierten Abläufe in der „BrüKo“ erläuterten Dirk Thale und Uwe Merse, viele Jahre in betriebsleitender Position bei Kemper. 148 Mitarbeiter – davon 23 in der Produktion, 107 in der Verpackung – arbeiteten in dem Werk. Vor Betreten des „High-Risk“-Bereiches mussten die Schüler eine mehrstufige Hygiene-Schleuse passieren, sahen dann unter anderem, wie große Mengen rohes Fleisch eingeliefert und zu Kochschinken verarbeitet wurden – steril auf Förderbändern transportiert, hygienisch verpackt und streng nach Vorschrift gelagert. „Ich kenne keine andere Branche, die sich selbst so kontrolliert wie diese“, lautete die Aussage einer der Leitungskräfte.

In Schutzanzügen durch die „BrüKo“: Lehrer und Schüler des 3. Lehrjahres Industriekaufleute der BBS Bersenbrück besichtigten die Produktionsstätte bei Kemper. Foto: Bernard Middendorf

(Mit freundlicher Genehmigung: Bersenbrücker Kreisblatt, 13.4.2016)
Artikel: Albert Schmidt
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